
Pferdeostheopathie
Die myofasziale Pferdeosteopathie richtet ihre Aufmerksamkeit auf die Faszien – ein Gewebe, das den gesamten Körper des Pferdes durchzieht. Dieses bindegewebige Netzwerk umhüllt Muskeln, begleitet Sehnen und Bänder und steht in enger Beziehung zu Knochen, Gelenken sowie Gefäss- und Nervenstrukturen.
Auch die inneren Organe sind in dieses Gefüge eingebunden. Sie sind von faszialem Gewebe umhüllt und über bindegewebige Aufhängungen im Körper integriert. Diese Strukturen tragen dazu bei, die Lage der Organe zu sichern und gleichzeitig eine gewisse Beweglichkeit gegenüber ihrer Umgebung zu ermöglichen.
So zeigt sich, dass sich Faszien nicht auf einzelne Bereiche beschränken. Sie setzen sich von der Oberfläche bis in die Tiefe fort und verbinden unterschiedliche Gewebearten miteinander.
Über diese Verbindungen stehen sie auch in Beziehung zu tieferliegenden Systemen, wie dem craniosacralen System, das unter anderem durch die Hirn- und Rückenmarkshäute sowie deren Spannungsverhältnisse geprägt ist. Diese Zusammenhänge werden im Kontext des gesamten Organismus betrachtet.
Faszien erscheinen dabei nicht als klar voneinander abgegrenzte Schichten, sondern als dreidimensionales Netzwerk, in dem Spannungen, Anpassungen und Bewegungen miteinander verknüpft sind. Veränderungen können sich über diese Verbindungen weiter fortsetzen und an anderer Stelle Ausdruck finden.
Einfluss auf Bewegung und Funktion
Die Bewegungs- und Funktionsfähigkeit des Pferdes entsteht aus dem Zusammenspiel vieler Strukturen. Dabei geht es weniger um einzelne Muskeln oder Gelenke, sondern um die Art und Weise, wie der gesamte Körper Bewegung organisiert.
Faszien und ihre Verbindungen tragen dazu bei, Kräfte aufzunehmen, weiterzuleiten und zu verteilen. Bewegung entsteht dadurch nicht in einzelnen Bereichen, sondern als koordinierter Prozess über mehrere Körperregionen hinweg.
Innerhalb dieses Prozesses können fasziale Strukturen Spannung speichern, weitergeben und wieder freisetzen. Dadurch entsteht eine Form von Elastizität, die Bewegungen unterstützt und Übergänge zwischen einzelnen Bewegungsphasen beeinflusst.
Ist diese Abstimmung stimmig, wirken Bewegungen oft fliessend und angepasst. Belastungen verteilen sich über mehrere Bereiche, sodass einzelne Strukturen nicht einseitig gefordert werden.
Verändert sich hingegen die Organisation innerhalb dieses Gefüges, kann sich dies auf die Bewegungsqualität auswirken. Bewegungen können sich anders anfühlen, Übergänge weniger harmonisch erscheinen oder bestimmte Regionen stärker in den Vordergrund treten.
Solche Veränderungen zeigen sich häufig nicht an einem klar abgrenzbaren Punkt, sondern im Gesamtbild der Bewegung.
Vor diesem Hintergrund lässt sich ein sichtbares oder spürbares Symptom weniger als eigentliche Ursache, sondern vielmehr als Ausdruck einer veränderten Organisation innerhalb des gesamten Bewegungssystems verstehen.
Da Bewegung aus dem Zusammenspiel vieler Strukturen entsteht, zeigen sich Veränderungen oft dort, wo der Körper sie kompensieren kann – nicht unbedingt dort, wo sie ihren Ursprung haben.
Ein Bereich, der auffällig wird, übernimmt in diesem Zusammenhang möglicherweise mehr Last oder Funktion, während andere Strukturen weniger beteiligt sind. Das Symptom ist somit Teil einer Anpassungsstrategie des Körpers.
Myofasziale Ketten
Innerhalb des faszialen Netzwerks werden sogenannte myofasziale Ketten beschrieben. Dabei handelt es sich um funktionelle Verbindungslinien, die aus dem Zusammenspiel von Muskeln und Faszien hervorgehen.
Diese Ketten sind nicht als feste anatomische Strukturen zu verstehen. Vielmehr beschreiben sie Zusammenhänge zwischen verschiedenen Körperbereichen, die über fasziale Verbindungen miteinander gekoppelt sind und gemeinsam an Bewegung beteiligt sein können.
Man kann sich diese Verbindungen wie elastische Zuglinien vorstellen, entlang derer Kräfte und Spannungen weitergegeben werden.
Beim Pferd lassen sich solche Zusammenhänge beispielsweise entlang der Oberlinie von der Hinterhand über den Rücken bis in Hals und Kopf beobachten. Auch Verbindungen entlang der Unterlinie, über die Schulter in die Vordergliedmaßen oder in diagonalen und spiraligen Mustern lassen sich in diesem Kontext betrachten.
Diese Zusammenhänge sind nicht statisch, sondern verändern sich fortlaufend in Abhängigkeit von Bewegung, Belastung, Training und auch von Ruhephasen.
Mögliche Anwendungsbereiche
- Bei Spannungszuständen im Bewegungsapparat
Diese können sich im Bereich von Muskeln, Rücken, Gelenken oder entlang der Wirbelsäule zeigen.
Veränderungen werden dabei nicht isoliert betrachtet, sondern im Zusammenhang mit den verbindenden Strukturen des Körpers. - Bei eingeschränkter oder veränderter Bewegungsqualität
Bewegungen können sich weniger fliessend anfühlen oder Übergänge anders organisiert sein.
Die Betrachtung richtet sich darauf, wie Bewegung im gesamten Körper entsteht und sich verteilt. - Bei länger bestehenden oder wiederkehrenden Auffälligkeiten
Dabei kann es sinnvoll sein, Zusammenhänge im Körper weiter zu fassen und nicht nur den Bereich einzubeziehen, in dem sich etwas zeigt. - Nach veränderter Belastung oder Training
Der Körper passt sich fortlaufend an neue Anforderungen an.
Die osteopathische Arbeit kann diesen Prozess begleiten und unterstützen. - Bei ungleichmässiger Belastung oder veränderter Körperorganisation
Dies kann sich beispielsweise in Haltung oder Bewegungsmustern zeigen und entwickelt sich häufig über einen längeren Zeitraum. - In Phasen von Aufbau oder Regeneration
Die Arbeit kann dazu beitragen, den Körper in seiner Anpassungsfähigkeit zu begleiten und Prozesse im Gewebe wahrzunehmen. - Im Zusammenhang mit inneren Organen und ihren Verbindungen
Die inneren Organe sind über fasziale Strukturen mit dem Bewegungsapparat verbunden. Veränderungen in ihrer Beweglichkeit oder Spannung können Haltung und Bewegung beeinflussen; ebenso können muskuläre oder strukturelle Veränderungen auf die Organe wirken. - Im Zusammenhang mit komplexeren oder schwer einzuordnenden Themen
Veränderungen zeigen sich dabei oft nicht an einem klar abgrenzbaren Punkt, sondern im Gesamtbild des Pferdes.
Dabei können sich im Körper Ausgleichsstrategien entwickeln, die Einfluss auf andere Bereiche haben.
Behandlung
Die Behandlung erfolgt über ruhige, präzise manuelle Techniken und orientiert sich an der Wahrnehmung des Gewebes.
Im Mittelpunkt stehen Spannung, Beweglichkeit und die Reaktionen innerhalb des faszialen Netzwerks.
Zu Beginn kann es sinnvoll sein, mehrere Behandlungen in einem überschaubaren Zeitraum einzuplanen.
Dies gibt dem Körper die Möglichkeit, auf die Impulse zu reagieren und Veränderungen zu entwickeln.
Die Abstände zwischen den Behandlungen richten sich nach der jeweiligen Ausgangssituation.
Ort der Behandlung
Die Behandlung findet in der gewohnten Umgebung des Pferdes statt.
Vor der Behandlung
Vor der Behandlung kann das Pferd moderat bewegt werden.
Ebenso ist es möglich, dass das Pferd direkt aus dem Stall oder von der Weide zur Behandlung kommt.Während der Behandlung
Die Behandlung sollte nicht in die Fütterungszeit fallen.
Viele Pferde nehmen die Behandlung ruhiger an, wenn sie davor oder danach gefüttert werden.Ich bitte dich, während der gesamten Behandlung anwesend zu sein.
Je nach Situation kann das Pferd angebunden sein, gehalten werden oder ich halte den Strick locker über meinem Arm.Wenn es die Umstände erlauben, arbeite ich auch gerne frei oder innerhalb der Herde.
Manche Pferde folgen während der Behandlung ihrem Impuls und verändern ihre Position oder bewegen sich.
Dies kann Teil des Prozesses sein, in dem sich bestehende Spannungen verändern und neue Zustände integrieren.Berührung kann Prozesse anstoßen, die sich auf körperlicher Ebene sowie im Verhalten und im allgemeinen Ausdruck des Pferdes zeigen.
Nach der Behandlung
Nach der Behandlung zeigen viele Pferde ein Bedürfnis nach Ruhe.
Es kann hilfreich sein, ihnen Zeit zu geben, damit das Erlebte nachwirken kann.Ebenso kann ein ruhiger Spaziergang unterstützend wirken.
Am folgenden Tag können gewohnte Aktivitäten in der Regel wieder aufgenommen werden.
Dauer und Kosten
Die erste Behandlung dauert in der Regel ca. 90 Minuten. In dieser Zeit nehme ich mir ausführlich Zeit, die Ausgangssituation des Pferdes kennenzulernen und ein umfassendes Gesamtbild zu erfassen.
Folgebehandlungen dauern meist etwa 60 Minuten, inklusive eines kurzen Austauschs.
Kosten pro Behandlung: CHF 160.– pro Pferd
Anfahrtskosten (ab 8408 Winterthur ZH):
- Bis 10 km: im Preis inbegriffen
- 10–19 km: CHF 10.–
- 20–29 km: CHF 20.–
- 30–39 km: CHF 30.–
- 40–49 km: CHF 40.–
- 50–59 km: CHF 50.–
Weitere Distanzen nach Absprache.
Terminvereinbarung und Absagen: Vereinbarte Termine, die nicht wahrgenommen oder weniger als 48 Stunden vorher abgesagt werden, werden in Rechnung gestellt.
Einordnung im medizinischen Kontext
- Ich stelle keine medizinischen Diagnosen.
- Eine Behandlung durch mich ersetzt keine tierärztliche Abklärung oder tierärztliche Behandlung.
- Bei akuten Erkrankungen oder im Notfall bitte ich, eine Tierärztin oder einen Tierarzt zu kontaktieren.
- Liegt eine tierärztliche Diagnose vor, kann Pferdeosteopathie allenfalls begleitend eingesetzt werden.
- Ich behalte mir vor, eine Behandlung im Einzelfall nicht durchzuführen, wenn dies aus therapeutischer Sicht nicht sinnvoll erscheint.








